Samstag, 22. Juli 2017

Wetter: Nach "Sommerloch" Richtung 40-Grad-Marke?

Wettertechnisch kommt in diesen Tagen für die Meteorologen keinerlei Langeweile auf. Die Luft ist voller Gewitter. Nächste Woche kommt es dann noch dicker: ein Höhentief macht es sich über Deutschland gemütlich und bringt uns regional neue Rekordniederschläge. Das kann ganz schön heikel werden. Nächste Woche kommt das Sommerloch. Das Zentrum des Höhentiefs liegt genau über Deutschland und sorgt für jede Menge Turbulenzen. Egal ob Westen oder Osten, es soll im ganzen Land zu heftigen Niederschlägen kommen.

Das berechnen die Wettermodelle nun schon seit einigen Tagen. Im Osten sind aktuell Niederschläge bis 200 Liter pro Quadratmeter angesetzt und das bis Donnerstagmorgen. Das wäre fast das Dreifache der normalen Julimenge. Auch im Westen deutschen sich starke Niederschläge an. Bis zu 80 Liter könnten es hier werden. Das wäre mehr als eine ganze Monatsmenge. Der Sommer wird einfach so mal fortgespült. Und ab Freitag kündigt sich dann schon wieder die nächste Hitze an. Einzelne Wettermodelle berechnen für das nächste Wochenende Spitzenwerte von über 35 Grad, ja sogar 40 Grad werden für möglich gehalten. Was für ein turbulente Sommerwetter!
das US-Wettermodell der NOAA berechnet für den nächsten Sonntag Spitzenwerte nahe der 40-Grad-Marke, www.wetterdata.de

Da werden extreme Regenmengen bis zum kommenden Donnerstag berechnet, ähnlich dem Unwetter, welches vor einigen Wochen erst Berlin und Brandenburg getroffen hatten. Doch diesmal soll es auch im Westen sehr nass werden. Auch da kann es ordentlich schütten. Mitten in den Sommerferien kommen da kaum noch Sommergefühle auf. Der Sommer ist erstmal abgeschaltet. 
Wetterlage am Mittwochnachmittag: das Höhentief treibt sein Unwesen genau über Deutschland


So geht es in der kommenden Woche weiter:

Sonntag: 20 bis 29 Grad, weitere Schauer und Gewitter, dazwischen Sonne
Montag: 18 bis 27 Grad, das Höhentief liegt über Deutschland und bringt Dauerregen, aber auch Sonnenschein, wo genau was sich einstellen wird, kann man schwer vorhersagen
Dienstag: 16 bis 25 Grad, bei Dauerregen sehr kühl, sonst auch mal Sonnenschein
Mittwoch: 15 bis 26 Grad, unter den Regenwolken sehr kühl, sonst mal Sonne, mal Wolken und auch mal längere Zeit trocken, den meisten Regen gibt es im Osten
Donnerstag: 21 bis 27 Grad, das Höhentief zieht langsam ab, weiterer Regen im Südosten, sonst auch mal Sonnenschein
Freitag: 21 bis 29 Grad, es wird wieder wärmer und sonniger, kaum noch Schauer
Samstag: 25 bis 33 Grad, sommerliche Hitze kehrt zurück, später einzelne Gewitter
Sonntag: 29 bis 37 Grad, lokal würde die Wetterlage am Oberrhein auch bis zu 40 Grad bringen, dazu immer schwüler und zum Nachmittag neue heftige Gewitter
Montag: 27 bis 38 Grad, sehr schwül, lokal nur schwer erträglich, dazu neue Unwetter möglich
Dienstag: 23 bis 29 Grad, schwül-warm, mal Sonne, mal Wolken mit Schauern und Gewittern

Unter den Dauerregenwolken ist es von Montag bis Donnerstag am kühlsten. Allerdings kann man jetzt noch nicht sagen, wo genau die Dauerregengebiete sein werden. Höhentiefs sind immer schwer zu berechnen.

Sicher ist nur, dass wir ein Höhentief bekommen werden, aber nicht wie es sich genau über Deutschland bewegen wird. Das kann eine sehr unwetterträchtige Wetterwoche werden. Irgendwo werden wieder hohe Regensummen vom Himmel kommen. Danach ist dann wieder eine neue kurze Hitzewelle möglich. Die genauen Details müssen wir aber noch abwarten.
bis Donnerstagmorgen kann es lokal unwetterartige Regenmengen geben, www.wetterdata.de


Kommentare:

  1. Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass wir in einem Zeitraum bis ca. Ende September hier im Grenzgebiet Westen/Nordwesten (Münsterland) die erste stabile Hochdruckphase dieses Jahres (ca. 6 Tage keinen Regen) bekommen? Wird das überhaupt noch möglich sein? Denn im Vergleich zu den meisten anderen Regionen des Westens, die über Regenmangel klagten und klagen, war es bei uns durchgängig wechselhaft und nicht mehr als 3 Tage trocken!

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  2. Man kann sich fast zu 100% sicher sein: Wenn irgendwo effekthaschende Wetterschlagzeilen mit unrealistischen Phantasietemperaturen ("40 Grad") oder ebenso absurde Jahreszeitenprognosen auftauchen, ist der Name Dominik Jung nicht weit. Aber heutzutage wird ja jedem das Diplom hinterhergeschmissen - eine meiner früheren Studentinnen der Kategorie "Wissensvakuum" hat gar eine ordentliche Professorenstelle an der Uni bekommen. Mittlerweile ist das aber egal, weil das Fach Meteorologie sowieso tot ist. Nervig ist nur, daß die Massenmedien nachwievor mit ihrer Sensationsgier jeden Kokolores aufgreifen, der gerade irgendwie greifbar ist.

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    1. 40 Grad in Deutschland sind keine Phantasie. Das gab es schon, gerade erst wieder vor 2 Jahren. Übrigens haben auch damals schon rund 7 Tage vor dem Ereignis die Wettermodelle diese Werte für möglich gehalten...Aktuell wurde es ebenfalls mehrfach in entsprechenden Berechnungen angedeutet. Übrigens die oben erwähnten extremen Regenmengen waren letztlich auch keine "Phantasie"...

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